Im Dienst der Umwelt: Neue Schiffsverladeform für belasteten Asphaltbruch

Im Dienst der Umwelt: Neue Schiffsverladeform für belasteten Asphaltbruch

Der Hanauer Hafen ist um eine Verladeform reicher: Erstmals hat die in Hanau ansässige Rhein-Main Umwelt GmbH (RMU) zerkleinerten Asphaltbruch aus Unterfranken über einen sogenannten Radial Truck Unloader (RTU) tonnenweise von Lastwagen auf das Frachtschiff „Montanara“ befördert. Dessen Zielhafen ist Rotterdam. Dort wird das Recyclingmaterial für den Straßenbau aufbereitet. RMU-Geschäftsführer Thorsten Schacky hält diese Transportvariante für den „ökologisch und ökonomisch einzig sinnvollen Weg, statt Dutzenden von Lastwagen über die Autobahn nach Rotterdam zu schicken.“
RMU-Geschäftsführer Thorsten Schacky (rechts) und Hafenleiter Jörg Krieger.
RMU-Geschäftsführer Thorsten Schacky (rechts) und Hafenleiter Jörg Krieger.

Die „lokale Zusammenarbeit mit einem innovativen, auf umweltschonenden Methoden ausgerichteten Dienstleister“ stimmt Ewald Desch als Geschäftsführer der städtischen Hanau Hafen GmbH „sehr zufrieden“. Hier handele es sich um „verlässlichen neuen Umschlag“, denn die RTU-Anlage auf dem Gelände der Hafengesellschaft ist für jährlich maximal 50.000 Tonnen wiederverwertbaren Asphaltbruch genehmigt. Der Vertrag zwischen RMU und Hanau Hafen GmbH ist unbefristet.
Jörg Krieger, Leiter des Hanauer Hafens, machte sich beim Ersteinsatz der neuartigen, selbst fahrbaren, rund 500.000 Euro teuren Förderanlage ein Bild davon, wie effektiv diese arbeitet. Kaum war an der nördlichen Kaimauer in Höhe der Einfahrt ins Hafenbecken ein 25 bis 27 Tonnen fassendes Lastwagen im Minutentakt entladen, fuhr schon der nächste rückwärts den RTU-Aufnahmetrichter an. Das Schüttgut wird auf einem rund drei Meter breiten Radial-Förderband Richtung Wasser bewegt und fällt dann in den Schiffsbauch.
Rund 1500 Tonnen kann die „Montanara“ aufnehmen, mehr lässt das Rhein-Niedrigwasser derzeit nicht zu. RMU-Geschäftsführer Schacky kündigte Hafenleiter Krieger den nächsten Schiffstransport schon für die nächsten Tage an.
Im Dienst der Umwelt: Neue Schiffsverladeform für belasteten Asphaltbruch


Warum fahren die Lastwagen nicht an die Kaimauer ran und kippen das feingemahlene Material direkt ins Schiff? Das hängt mit den Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) zusammen, die jener Asphalt enthält, wie er bis etwa Mitte der 70er Jahre im Straßenbau hierzulande verwendet wurde. Damit beim Transport nichts von dem Material auf den Boden fällt, ist der RTU als aufwendige Verladeanlage nötig; zusätzlich wird eine Schutzplane auf dem Standplatz ausgebreitet. Auch das Schiff braucht für den Transport von teerhaltigem Material eine Sondergenehmigung.
Im Gegensatz zu Deutschland nutzen die Niederlande den Altasphalt im Straßenbau wieder, nachdem die PAK unschädlich gemacht worden sind. Das geschieht in einer Verbrennungsanlage in Rotterdam, diese kann die „Montanara“ im dortigen Hafen direkt ansteuern und die Fracht aus Hanau löschen.
Diese Form der Wiederverwertung entspringt einem Pilotversuch des Freistaates Bayern im Regierungsbezirk Unterfranken. Bei der Ausschreibung obsiegte RMU. Die Firma mit ihrem Sitz in den Heideäckern ist auf das Wiederaufarbeiten von Abfallstoffen spezialisiert. Sie arbeitet für private Bauherren, Behörden und Industrie. RMU betreibt seit 2005 in Hauptbahnhof-Nähe nach eigenen Angaben eine der größten Aufbereitungsanlagen für das Wiederverwerten von Baustellen-Abfällen im Rhein-Main-Gebiet.

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